Selbsthilfegruppe Gehörlose und Pflege

 

Bericht über Selbsthilfegruppe „SHG Gehörlose und Pflege“

 

Die SHG Gehörlose und Pflege wurde am 28.07.2011 gegründet und neu errichtet.

Warum hat GMU wieder eine weitere, andere und neue Selbsthilfegruppe errichtet?

Deshalb wollen wir euch Wichtiges über SHG berichten.

Bedingt durch die demografische Entwicklung wird es vermehrt ein Bedarf an Betreuungsgruppe für gehörlose Angehörige von pflegebedürftigen Familien im Einzugsbereich München und Umland bestehen.

Angehörige, die einen Pflegebedürftigen über einen langen Zeitraum betreuen, sind häufig körperlich und psychisch belastet. Es fehlen ihnen meist spezielle Fähigkeiten, die für die zu bewältigenden Aufgaben notwendig sind.

Örtliche Krankenkassen bieten Schulungen, Kurse und Vorträge für Angehörige von pflegebedürftigen Familien an, über:

  • Pflege bei Betroffenen mit einer Demenz
  • Pflege bei Betroffenen mit multipler Sklerose
  • Pflege bei Betroffenen mit Parkinson
  • Pflege nach einem Schlaganfall
  • Betreuung pflegebedürftiger Kinder

Fein und schön, aber Schulungen und Vorträge mit und für Gehörlosen hat es bisher nicht gegeben. Das Problem bestand darin, wie können wir Informationen bekommen und dabei verstehen?

Beispielweise. für die Pflege eines Angehörigen kann es erforderlich sein, dass spezielle auf das Krankheitsbild abgestimmte Pflegemaßnahmen durchgeführt werden müssen. Um es alles richtig zu verstehen, bedarf es eine Besetzung mit Dolmetschern. Aber wer zahlt?

Durch die Schulungen sind insbesondere folgende Inhalte zu vermitteln:

  • Basiswissen über Krankheitsbilder- und Behinderungsarten (Ursachen und Symptome) und ihre psychosozialen Folgen, Behandlungsformen und Pflege der zu betreuenden Menschen sowie Möglichkeiten der Hilfen,
  • Kommunikation und Umgang mit den erkrankten oder behinderten Menschen, Erwerb von Handlungskompetenzen im Umgang mit herausforderndem Verhalten,
  • Möglichkeiten der Betreuung, Beschäftigung und Begleitung der erkrankten oder behinderten Menschen zu Hause und in Betreuungsgruppen,
  • Umgang mit akuten Krisen und Notfallsituationen,
  • psychosoziale Situation von pflegenden Angehörigen,
  • rechtliche Rahmenbedingungen und Regelungen und
  • Rolle und Aufgabenprofil der ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer.

Krankenkassen und öffentliche Hände fördern mit erheblichen Geldbeträgen die Aufgaben der SHG. Darum sollen sie auch für unsere Ziele zweckgebunden gefördert werden.

Erfreulicherweise wurde der erste Zuschuss an die SHG Gehörlose und Pflege geflossen. Dies wurde durch einige Gespräche mit Alzheimer Gesellschaft sowie Landeshauptstadt München vorausgegangen.

Die Fördermittel werden für Vorträge mit Dolmetschern sowie Erstellung von Druckmaterialien und vieles mehr zweckgebunden verwendet.

Mögliche Ziele sollen umgesetzt werden:

  • Fragen zur Mobilität
  • Hilfen für pflegende Angehörige, z. B. durch Schulungen und Kurse
  • Individuelle Wohnsituation mit Blick auf „Stolperfallen“ in den eigenen vier Wänden
  • Heil- und Hilfsmittel
  • Informationen zur Pflegebegutachtung und zur Pflegestufe
  • Entscheidungshilfe bei der Frage nach Pflegegeld, Kombileistungen, Tages- und Nachtpflege, Kurzzeitpflege oder vollstationärer Pflege und Hospizen

Auch die Bayerische Staatsregierung, das ZBFS (Zentrum Bayern Familie und Soziales) fördert verschiedene Sozialzwecke mit Fördermittel. Zweckgebunden für:

  • Angehörigenarbeit
  • Niedrigschwellige Betreuungsangebote
  • Betreuungsangebote ehrenamtlich Tätiger und der Selbsthilfe

 

Weiter hat die Alzheimer Gesellschaft München im März 2012 einen Vortrag über „Alzheimer“ geführt, natürlich mit Dolmetschern.

Die SHG wurde beim ‚Fachkongress Gehörlose Senioren’ vom 28.-29.06.2012 in München mit Infostand vertreten. Dabei standen Aufklärungsmaterialien über Demenz, die Vergesslichkeit, von einem großen Pharmaunternehmen zum Verteilen bereit.

Auch war die SHG Gehörlose und Pflege auf Podiumsdiskussion präsent. Es hat Diskussionen gegeben und viele Fragen wurden beantwortet.

Auch wollen wir demnächst regelmäßig Sprechstunden für Angehörige und betroffene  einführen.

Wo: wir planen sie bei EBZ Evangelisches Beratungszentrum, Landwehrstraße 15 und GMU Gehölrosenzentrum, Lohengrinstraße 11 einzurichten und anzubieten. Es ist alles noch in Planung, Startbeginn soll voraussichtlich Herbst 2012 sein.

Wir wollen weitere Vorträge im 2012 vorbereiten. Für 2013 werden noch viele und größere Vorhaben diskutiert und geplant. Im Vergleich mit anderen (hörenden) SHG und Institutionen sind wir noch schwach und rückständig. Dies können wir mit eurer Mitarbeit und ideellen Unterstützung sowie dem Mitmachen entgegenwirken.

 

Es gibt verschiedene Aufgaben. Aufgaben der SHG können sein:

Beratungs- und Schulungsangebote:

  • Beratungsstellen
  • Gesprächsgruppen für Angehörige und Selbsthilfegruppen
  • Pflegekurse und Schulungen zum Thema Demenz

Unterstützung im Alltag:

  • Betreuungsgruppen und Besuchsdienste
  • Hauswirtschaftliche Hilfen

Pflegeangebote

  • Ambulante Pflegedienste
  • Tagespflege
  •  Nachtpflege
  • Kurzzeitpflege
  • Stationäre Einrichtungen

und vieles mehr

Da haben wir es für Gehörlose noch sehr viel zu packen und zu planen.

 

Wir freuen uns auf euren Teilnahmen und Rückmeldungen.

Das nächste Treffen wird im Herbst 2012 stattfinden. Wer mitmachen und mitkommen will, bitte fragen an:

Achim Blage

achim.blage@gmail.com

Fax 089 / 688 35 64