Museum Signers

Idee des Projektes:

In Zusammenarbeit mit der Landesstelle für die nichtstaatlichen Museen in Bayern und dem Kulturreferat der Landeshauptstadt München hat der Gehörlosenverband München und Umland e.V. eine Ausbildung zum/ zur Museumsführer*In für gehörlose Bürger und native signers angeboten.

Kurzprofile der Museum Signers:

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Unsere nächste Führungen

März 2020

Datum und Uhrzeit Wo Was Wer
Di, 10.03. / 17.30 Uhr LENBACHHAUS „Gabriele Münter und die neue Sachlichkeit“ Martina Odorfer und Stefan Palta-Müller
So, 15.03. / DT. Museum „Geschichte des Fliegens“ Jessica Feldmann

 

April 2020

Datum und Uhrzeit Wo Was Wer
Sa, 25.04. / 11 Uhr VILLA STUCK Schmuck von Lisa Walker Birgit Fehn
So, 26.04. / 10 Uhr DT. Museum „Tiefsee“ Hans-Georg Benkmann
So, 26.04. / 11 Uhr LENBACHHAUS „Die Radio-Aktivität“ Martina Odorfer und Stefan Palta-Müller
Di, 28.04. / 18 Uhr Haus der Kunst Franz Erhard Walther. Shifting Perspectives Birgit Fehn

 

Mai 2020

Datum und Uhrzeit Wo Was Wer
Di, 12.05. / 17:30 Uhr LENBACHHAUS „Pop Art und Beuys“ Sabrina Göb
Fr, 29.05. / 16 Uhr Valentin–Karlstadt Musäum „Das spannende Leben von Karl Valentin und Lisl Karstadt“ Markus Posset

 

Juni 2020

Datum und Uhrzeit Wo Was Wer
So, 21.06. / 14 Uhr Valentin–Karlstadt Musäum „Das spannende Leben von Karl Valentin und Lisl Karstadt“ Markus Posset

 

Juli 2020

Datum und Uhrzeit Wo Was Wer
So, 12.07. / 14 Uhr Haus der Kunst Franz Erhard Walther. Shifting Perspectives Birgit Fehn

 

Barrierefreiheit (auch) für Gehörlose?

Im Rahmen der Umsetzung der Behindertenrechtskonvention wurden in vielen Museen bereits Maßnahmen getroffen, um Barrieren für Menschen mit Behinderung abzubauen. Für Gehörlose gibt es jedoch bislang nur sehr wenige Möglichkeiten, obwohl hier ebenfalls zahlreiche Barrieren den Museumsbesuch erschweren, vor allem natürlich im Bereich der Kommunikation. Zwar werden in einigen bayerischen Museen bereits lautsprachliche Führungen für gehörlose Besuchergruppen durch Dolmetscherinnen und Dolmetscher in DGS übersetzt, dabei geht aber viel von der Unmittelbarkeit der Kunst- und Kulturerfahrung verloren. Für diese Besuchergruppe bedeutet gleichberechtigte Teilhabe jedoch auch die Möglichkeit zu haben, Führungen in ihrer Muttersprache, der Deutschen Gebärdensprache, besuchen zu können. Diese stehen in den Museen bislang kaum auf dem Programm. Eine Vorreiterrolle in diesem Bereich nehmen seit vielen Jahren etwa der Museumsdienst Hamburg oder die Bundeskunsthalle in Bonn ein.

Kunst- und Kulturvermittlung in Deutscher Gebärdensprache

Die Deutsche Gebärdensprache (kurz DGS) wurde 2002 offiziell als eigene Sprache anerkannt. Es handelt sich um eine dynamische und lebendige Sprache, die auf einzigartige Art und Weise Gebärden, Mimik, Gestik, Mundbild und Körpersprache kombiniert. Damit schafft sie die Voraussetzung, sich ebenso wie in der Lautsprache über jedes beliebige Thema, komplizierte Sachverhalte und verschiedenste Fachgebiete ebenso wie über Gedanken und Emotionen auszutauschen. Gehörlose sind im Vergleich zu Hörenden sehr visuelle Menschen, die eine eigene Kulturgemeinschaft bilden, mit eigener Mentalität und einer anderen (visuelleren) Wahrnehmung im Gegensatz zu ihren hörenden Mitmenschen. Die Gehörlosenkultur zeichnet sich durch eine hohe Diskussionsfreude aus, was bei einer Führung mit Dolmetschern nur schwierig umzusetzen ist. Spontane Rückfragen oder die gemeinsame Erschließung eines Objekts im Gespräch sind kaum möglich. Daher ist es wichtig und sinnvoll, dass Gehörlose selbst Museumsführungen für ein gebärdensprachkompetentes Publikum anbieten.

Das Projekt „Museum Signers“

Vor diesem Hintergrund haben die Landesstelle, der Gehörlosenverband München und Umland e.V. und das Kulturreferat der Landeshauptstadt München das gemeinsame Projekt ‚Museum Signers – Kunst- und Kulturvermittlung in Deutscher Gebärdensprache‘ initiiert. Eine zusätzliche Förderung erhielt das Projekt durch den Landkreis München. Zwischen Mai und September 2019 wurden zehn gehörlose Bürgerinnen und Bürger ausgebildet, im Sinne des Peer-to-Peer-Prinzips selbst qualitätsvolle Museumsführungen in München und Umland durchzuführen. Der Begriff ‚Museum Signers‘ verweist dabei auf den Begriff ‚Native Signers’ und bedeutet hier, dass die ausgebildeten Vermittlerinnen und Vermittler mit Deutscher Gebärdensprache aufgewachsen sind oder hauptsächlich in ihr kommunizieren. Diese Form der Vermittlung entspricht explizit auch den Ergebnissen einer von der Galerie Bezirk Oberbayern initiierten Umfrage unter Gehörlosen.

Museum Signers

Aus einer Vielzahl an Bewerbungen aus ganz Deutschland wurden zehn Teilnehmerinnen und Teilnehmer ausgewählt, die aus dem Raum München sowie aus Ingolstadt kommen, zwischen 30 und 65 Jahre alt sind und unterschiedlichste Berufe und Interessen haben. Sie alle eint das Interesse an Kunst und Kultur und der Wunsch, diese Begeisterung und das erarbeitete Wissen an andere Gehörlose weiterzugeben. Alle zehn haben im September die aus vier Wochenendmodulen bestehende Ausbildung erfolgreich abgeschlossen.

 

Museum Vokabeln in DGS

 

kleine Eindruck zu Museum Signer Infoveranstaltung: